Für “Iso“ steht nun die Familie im Fokus

Andreas Isailovic kehrt mit 39 Jahren dem Fußball den Rücken. Schon als Jugendlicher überzeugte der Innenverteidiger beim SV Straelen in der Oberliga. Später feierte er mit dem SV Sonsbeck, dem SV Schwafheim und GSV Moers viele Erfolge.

Im Leben des Andreas Isailovic war der Fußball ein wichtiger Bestandteil. In mehr als der Hälfte seiner Karriere stand der heute 39-Jährige mindestens viermal pro Woche auf dem Platz. Im vergangenen Sommer entschied sich der Kamp-Lintforter dann, die Schuhe komplett an den Nagel zu hängen, um nun mehr Zeit für die Familie zu haben. Seine Frau und die 13-jährige Tochter freuen sich sehr darüber.

So sieht man „Iso“, wie ihn alle seine Fußballerkollegen nannten, nun häufiger im Kud Kolo Essen Club, wo er Tochter Mia regelmäßig beim Tanzen anfeuert. Auch die Position als Co-Trainer, die er in den vergangenen zwei Jahre beim GSV Moers inne hatte, wird er künftig nicht mehr ausüben. „Ich habe gemerkt, dass eine Trainertätigkeit noch viel mehr Zeit in Anspruch nimmt“, so Isailovic, der auf eine erfolgreiche Laufbahn zurückblicken kann.

Er konnte noch kaum laufen, da war der Ball schon sein Freund. „Iso“ fieberte schon früh mit seinem Lieblingsclub Borussia Mönchengladbach mit. Von den Bambini bis zur B-Jugend lief Isailovic für seinen Heimatverein TV Asberg auf. Sein „Können“ war schon damals erkennbar – und so wurde er für die Kreis- sowie Niederrheinauswahl nominiert. Dort spielte er sich in die Notizblöcke vieler Scouts. Dem KFC Uerdingen, damals in der Jugend-Regionalliga, gelang es dann, das bodenständige Talent aus seiner Heimat wegzulocken. Mit dem KFC holte der Innenverteidiger in der Saison 1998/1999 den Regionalliga-Titel und spielte dabei unter anderem zusammen mit Keeper Christian Vander, später Profi beim VfL Bochum und SV Werder Bremen.

Nach nur einer Saison wechselte „Iso“ aber zum SV Straelen. Dort bewies er sein Talent noch eine Spielzeit in der U19, bevor Vereinschef Hermann Tecklenburg ihn ins erste Team beförderte. Zum Start der Oberliga-Saison verletzte sich dann Stammkraft Jens Jütten, Isailovic wurde als 19-jähriger ins kalte Wasser geworfen. Aber von Nervosität keine Spur. Wie ein erfahrener Hase spielte „Iso“ Woche für Woche seinen Stiefel herunter, wurde zur festen Größe im Straelener Team.

An die Zeit unter Cheftrainer Thomas Geist und das Finale im Niederrheinpokal vor 3000 Zuschauern gegen Rot-Weiß Essen (2002/2003) erinnert er sich gerne. „Ich habe neben Jens Jütten in der Innenverteidigung gespielt und wir haben als krasser Außenseiter dem Favoriten einen großen Fight geliefert. Am Ende verloren wir leider mit 4:2.“ Auch Geist erinnert sich an seinen Innenverteidiger: „Andreas hatte schon im jungen Alter eine enorme Ruhe am Ball. Er war zwar nicht der schnellste, aber er hat es durch sein starkes Stellungsspiel kompensiert. Wenn er noch schneller gewesen wäre, hätte er garantiert noch höher gespielt.“

Aufgrund eines Kreuzbandrisses und zwei Knorpelschäden in den Sprunggelenken stockte seine Entwicklung. 2003 schloss er sich daher für eine Saison dem Landesligisten Hülser SV an, wechselte dann wieder zurück in die Heimat zum GSV Moers. Das Trikot des GSV trug „Iso“ fünf Jahre, die Meisterschaft (2006/2007) und der Aufstieg in die Verbandsliga stellten den Höhepunkt dar. 2009 kreuzten sich dann die Wege von Geist und Isailovic wieder. Denn der Trainer holte seinen Wunschspieler zum SV Sonsbeck.

Direkt in der ersten Saison brachte „Iso“ neben Jan-Paul Hahn so viel Stabilität in die Hintermannschaft, dass am Ende die nächste Meisterschaft mit dem Aufstieg in die Niederrheinliga gefeiert werden durfte. „Andreas hat mir sehr viel beigebracht. Neben ihm hab ich am meisten dazu gelernt“, so Ex-Mitspieler Hahn. Seine Torgefährlichkeit brachte „Iso“ auch in jeder Mannschaft mit ein. In knapp 500 Ligaspielen waren es 70 Tore.

In der Saison 2012/2013 erreichte der SVS mit dem achten Platz in der Oberliga die beste Platzierung der Vereinsgeschichte – Isailovic absolvierte 32 Spiele und erzielte sechs Treffer. Auch sein frühere Trainer aus Moerser und Sonsbecker Zeiten, Horst Riege, erinnert sich: „Er war ein echter Musterschüler. Unheimlich zweikampfstark. Trotz seiner Größe auch sehr kopfballstark. Sehr zuverlässig und anerkannt.“ Auf dem Höhepunkt entschied sich „Iso“ 2013 dann zu einem Wechsel zum A-Ligisten SV Schwafheim. Es folgten zwei Aufstiege (2014 und 2016) bis in die Landesliga. 2018 kehrte er dann zum GSV Moers zurück, wo er als spielender Co-Trainer fungierte.

Doch für die Familie und aufgrund eines neuen Jobs kann Andreas Isailovic den Zeitaufwand für den Fußball nicht mehr leisten. Insgesamt schaut er auf eine sehr schöne Zeit zurück: „Beim GSV Moers habe ich immer gerne gespielt. Besonders war auch die Zeit beim SV Schwafheim sowie beim SV Sonsbeck. In beiden Vereinen war es sehr familiär.“

Quelle: RP, 29.05.2021, Andre Egink

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