Corona und Fußball: Nun geht es nur noch um den Niederrheinpokal

Mit steigenden Infektionszahlen und einer neuen Corona-Schutzverordnung steht die Saison der Amateurfußballer im FVN vor der Annullierung.

Es ist noch nicht einmal zehn Tage her, da war die Stimmung bei den Fußballamateuren am Niederrhein zumindest mal verhalten optimistisch. Ab 5. April sollte wieder ein Mannschaftstraining mit Kontakt möglich sein, mit Schnelltests zwei Wochen früher. Einige Teams waren bereits auf dem Platz mit Ball aktiv. Doch die eigentlich günstigen Beschlüsse der Berliner Konferenz vom März-Anfang wurden von der Realität, sprich steigender Infektionszahlen, eingeholt.

Die Verlängerung der Lockdown-Maßnahmen im Bundesgebiet bis zum 18. April dürfte für die Fußballer ab der Oberliga abwärts eine endgültige Konsequenz besitzen: Einen Ligen-Spielbetrieb wird es bis zum Saisonende am 30. Juni wohl nicht mehr geben. Eine mindestens vierwöchige Trainingsvorbereitung würde einen Restspielplan bis zu einem Start Mitte Mai hinauszögern – der Termin gilt sowieso nur dann, wenn sofort richtig trainiert werden könnte und nicht wie zuletzt angedacht schrittweise hochgefahren wird.

FVN: Annullierung rückt immer näher

Der zuständige Fußballverband Niederrhein (FVN) wird zwar an der Marschroute festhalten und nach Ostern eine finale Entscheidung treffen. „Natürlich warten wir jetzt erst einmal die neue Schutzverordnung für NRW ab. Die Annullierung der Saison 2020/21 rückt aber mit den neuen Beschlüssen leider immer näher“, betont Wolfgang Jades, der Vorsitzende des Fußballverbandsausschusses im FVN und bisher einer, der stets an ein Weitermachen geglaubt hatte.

Jades spricht bewusst nicht von Saisonabbruch. Ein Ziel bleibt schließlich noch übrig. Der Niederrheinpokal soll, sofern es die Corona-Lage zulässt, noch bis Ende Juni ausgetragen werden. Schließlich will der Niederrhein für die erste DFB-Pokalrunde der Saison 2021/22 einen Vertreter stellen.

FVN-Pokal: Einige Vereine wollen verzichten

Zu diesem Thema lief am Montagabend auch eine Videokonferenz. Elf der 32 Partien aus der ersten Runde wurden am 28. und 31. Oktober des vergangenen Jahres ja noch ausgetragen. „Es wird Mitte April noch eine zweite Konferenz zum Thema geben, wenn wir in Sachen Corona klarer sehen“, betont Wolfgang Jades, „einige Vereine haben für den laufenden Wettbewerb einen Teilnahmeverzicht signalisiert, wenn es für die Runde in der neuen Saison 2021/22 entsprechend eine Wildcard geben würde. Wir werden vermutlich darüber sprechen müssen, ob wir den Niederrheinpokal dann über die 32 Qualifikanten hinaus vielleicht aufstocken.“

Die ebenfalls noch ausstehenden Kreispokalrunden werden wohl in die Vorbereitung auf die neue Saison verschoben, also in den Juli und den August. Sollte tatsächlich im Mai wieder Mannschaftstraining möglich sein, hält es Jades nicht für ausgeschlossen, dass auch Kreispokalspiele im Juni laufen. „Wenn Mannschaften da spielen wollen, werden wir ihnen sicher keine Steine in den Weg legen.“

Auch Kinder und Jugendliche vor erneuter Fußballpause

Grundsätzlich war zuletzt ja Sport in Kleingruppen (zwei Haushalte, fünf Personen) wieder erlaubt, vor allem durften bis zu 20 Kinder unter 14 Jahren Kontaktsport treiben. Ein ganz normales Fußballtraining für Kinder war damit wieder möglich.

Die Corona-Notbremse wird auch das mindestens mal stark einschränken. Zur Erklärung: Bei einer Sieben-Tage-Inzidenz, also Infektionen pro 100.000 Einwohner, von über 100 über einen Zeitraum von mehr als drei Tagen sollen alle Maßnahmen auf den Stand von Ende Februar zurückgesetzt werden. Und der Inzidenzwert liegt mittlerweile fast überall über 100.

Quelle: NRZ, 24.03.2021, Michael Ryberg

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