Corona: Bezirksliga-Trainer für Abbruch der Fußball-Saison

Bei den Videokonferenzen des FVN haben sich auch die Trainer der Fußball-Bezirksliga, Gruppe 4 für einen Saisonabbruch ausgesprochen.

Das Corona-Virus hat den Fußball weiter im Griff und zwingt Spiel- und Trainingsbetrieb zur Pause. Während die Bundesliga sich unter enormem Aufwand dafür wappnet, die Saison im Mai fortzusetzen und so dringend benötigte TV-Gelder einzuspielen, ist eine Rückkehr zum Normalbetrieb im Amateurfußball noch in weiter Ferne. Der Fußballverband Niederrhein (FVN) holt dieser Tage von den Vereinsvertretern ein Meinungsbild zu der Frage ab, ob die Saison abgebrochen werden sollte. Unter den Bezirksligisten herrscht Einigkeit darüber, dies zu tun.

Fußball: Ligen müssten aufgestockt werden

In einer Videokonferenz mit dem FVN plädierten die Vertreter der Bezirksliga-Gruppe 4 mit den Mannschaften aus dem Fußballkreis Moers nahezu einstimmig für einen Saisonabbruch. 14 Teams sind dafür. Dabei favorisieren die meisten Vertreter die Lösung, die Mannschaften aufsteigen zu lassen, die aktuell die Aufstiegsplätze belegen, jedoch keine Mannschaft absteigen zu lassen.

Entsprechend müssten die Bezirksligen in der kommenden Saison, deren Start im August oder September liegen soll, aufgestockt werden.

Das sagen die Trainer nach der Videokonferenz:

Thomas Geist, FC Meerfeld : „Ich war ja schon von Beginn an dafür, es so zu lösen. Daher bewerte ich das Votum der Verein positiv. Ich glaube, es ist das Beste für alle Beteiligten und ermöglicht Planungssicherheit für die Vereine.“

Manfred Wranik, SV Schwafheim : „Ich finde das sehr gut, und das wäre auch mein Vorschlag. Man müsste die Ligen aufstocken, aber da kann jeder mit leben, ein paar Wochenspiele mehr zu haben. Jeder Spieler spielt schließlich sowieso lieber als zu trainieren. Ich würde es begrüßen, wenn es nun auch so gemacht wird.“

Thorsten Schikofsky, GSV Moers: „Wir haben das auch so gesehen wie die meisten anderen Vereine. Für die Planungssicherheit ist das die beste Lösung. Ich bin ja auch noch direkt betroffen, weil ich ja entschieden hatte, im Sommer aufzuhören. Es wäre schwer vorstellbar, dass ich dann weitermache, wenn im September die Saison noch einmal weitergeht. Aber es wäre auch blöd, aufzuhören und die Saison nicht zu Ende gebracht zu haben.“

Sascha Weyen, VfL Repelen: „Wenn man wüsste, wie lang die Saison ausgesetzt werden muss und man zum Beispiel Anfang des kommenden Jahres diese Saison nahtlos weiterspielen könnte, wäre ich dafür gewesen. Aber man kann es nicht wissen. Daher war ich auch dafür, die Saison abzubrechen.“

Tim Wilke, SV Budberg: „Unsere Haltung war genauso, wie der Tenor der gesamten großen Gruppe war. Ich halte es für ein absolutes Luxusproblem, in der kommenden Saison vielleicht das eine oder andere Spiel mehr zu haben im Vergleich zu der Gefahr, der man sich aussetzt, wenn man zu sehr aufs Tempo drückt.“

Andreas Weinand, VfL Tönisberg: „Wir waren auch klar dafür, die Saison abzubrechen, in erster Linie wegen der Planungssicherheit. Im Detail wäre ich dafür, die Landesliga auf drei Staffeln aufzustocken.“

Christian Hauk, Borussia Veen: „Für uns ist es natürlich relativ egal, weil wir sowieso sportlich gesichert sind. Man wird keine komplett faire Lösung hinkriegen, das müssen alle akzeptieren.“

Aufstieg für Wachtendonk verdient

Sunay Acar, VfB Homberg: „Ich fände es am besten, wenn man es einheitlich macht ab der Regionalliga runter. Bei uns hat Wachtendonk eine richtig gute Saison gespielt und verdient aufzusteigen. Am wichtigsten ist aber, dass wir alle gesund sind und irgendwann wieder Fußball spielen. Da interessiert mich gerade nicht so sehr ob in der Landesliga, Bezirksliga oder Kreisliga.“

Quelle: NRZ, Robin Krüger 24.04.2020

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