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"Blindfischig" war das bestimmt nicht Ein einziges Mal während ihrer überaus erfolgreichen sechs Jahre auf der Trainerbank hat Bettina Kutscher die Contenance verloren. Der "Blindfisch", den sie einst einem uneinsichtigen Zuschauer entgegen warf und den der Schiedsrichter auffing (und sie prompt dafür hinter die Bande bat) ist schon längst zum geflügelten Wort in Reihen der Fußballerinnen des GSV Moers geworden. Nachfolger Jürgen Raab wird sich derlei Meriten erst noch erarbeiten müssen. Mit ihm nimmt ein Coach Platz, der dem GSV den Traum von der Zweiten Liga erfüllen soll. Das Feld hat Bettina Kutscher vorbereitet und wird gemeinsam mit ihrem Nachfolger versuchen, eines Tages fröhlich die Ernte einzufahren . Als Trainerin der U15-Juniorinnen bleibt sie am Ball, als "Managerin" der Frauenfußball-Abteilung wird sie weiterhin die Strippen hinter den Kulissen ziehen. Beide haben beste Kontakte, beide sind ehrgeizig, beide haben einen Traum. Der GSV hat Bettina Kutscher nicht verloren, der GSV hat vielmehr Jürgen Raab gewonnen. Das war
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eine kluge Entscheidung, die der Club getroffen hat. Und keinesfalls "blindfischig".
"Die Mädels haben sich vermutlich während des Spiel mehr mit dem beschäftigt, was danach kommen sollte", fand sie schnell einen Grund für die Pleite, die zudem mit der starken und neidlos anerkannten Leistung der Gäste eine weitere Erklärung fand. Die Partie hatte schließlich noch ein Nachspiel, und das galt allein der Trainerin. Schon vor der Partie war Bettina Kutscher von Fritz Müller aus der Führungsriege des GSV mit einem Blumenstrauß als Übungsleiterin des Regionalliga-Teams verabschiedet worden. Jetzt war die Mannschaft dran, die sich flugs T-Shirts überstreifte und vor ihrer "Spaß-Trainerin" Formation aufnahm. Jede Spielerin mit einem dicken gelben Buchstaben auf schwarzem Trikot, zusammen ergab das ein "Danke Schön, Betty!" Und wenn im Spiel zuvor kaum eine Aktion gelang, das eingeübte Lied, das die Mannschaft jetzt ihrer scheidenden Trainerin schenkte, traf den Punkt wie mancher Ball, den die Elf in der Saison im
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gegnerischen Torwinkel versenkt hatte. "Betty, geh doch nicht, Betty, wir woll'n dich nicht verlieren", klang es über den Platz. Ein Augenzwinkern war dabei, der berühmt-berüchtigte "Blindfisch", der der Trainerin einmal einen Platzverweis beschert hatte, durfte natürlich auch nicht fehlen. Einmal umdrehen bitte, da war er und tauchte auf den Rücken der T-Shirts wieder auf.
Gemeinsam nach Renesse Die überraschte Trainerin genoss es, auch wenn sich da sicherlich ein immer größer werdender Kloß in ihrem Hals bemerkbar gemacht haben wird. Noch einmal wurde jede Spielerin in den Arm genommen, jeder aus der singenden und spielenden Zunft ein "Danke" gesagt. Das Ende der fröhlichen Abschiedstour ist allerdings noch nicht gekommen. Die GSV-Mannschaft, die den Abend am Grill ausklingen ließ, wird in den kommenden Tagen zur gemeinsamen Fahrt aufbrechen. Es geht über's Wochenende nach Renesse. Und da wird sich Bettina Kutscher noch so manches Lied anhören dürfen.
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