wrapper

GSV Aktuell:

03.01.2019 RP, Björn Beloff

Als Aufsteiger hat sich der GSV Moers den Klassenerhalt in der Fußball-Landesliga zum Saisonziel gesetzt. Nach 18 von 34 Spielen liegen die Grafschafter also auf Kurs, denn mit 21 Punkten sind sie während der Winterpause Zwölfter und haben drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Dazu kommt noch die Chance, den Vorsprung mit einem Sieg im Nachholspiel gegen den Tabellenletzten aus Königshardt zu vergrößern.

Trotz dieser Zwischenbilanz herrscht am Solimare aber keine „Rundum-Zufriedenheit“. Dazu waren die Leistungen der Gelb-Schwarzen im ersten Halbjahr nach dem Aufstieg zu wechselhaft, und gerade die zwei Schlappen in den letzten Spielen des alten Jahres drückten auf die Stimmung. „Das war sehr ärgerlich, vor allem das 2:7 in Rellinghausen“, blickt GSV-Coach Thorsten Schikofsky zurück. „Dieses Spiel war der Tiefpunkt des Halbjahres, und so etwas darf und einfach nicht passieren.“ Blickt der Trainer auf die aktuelle Tabelle, so hätte er Rang sieben in der Zwischenabrechnung durchaus für möglich gehalten: „Wir haben sechs Punkte leichtfertig verschenkt.“ Dabei denkt er an die Heimschlappe gegen Blau-Gelb Überruhr (0:2) und das 1:3 beim Duisburger SV 1900. „Unser größtes Defizit bislang war, dass wir gegen die Teams aus dem unteren Bereich viel zu wenig gepunktet haben.

Die Highlights setzten die Moerser gegen Mannschaften aus der Spitzengruppe. Beim 3:0 in Sonsbeck war Schikofsky einverstanden: „Das war herausragend über die vollen 90 Minuten.“ Genau so stark ordnet er außerdem das 4:0 beim SV Genc Osman ein. Auffallend: Beide Auftritte gelangen dem GSV auswärts, wo vier der bisherigen sechs Saisonsiege gelangen. Auf dem heimischen Kunstrasen gab es dagegen wenig zu feiern. Mit nur acht Punkten aus acht Spielen liegen die Moerser in dieser Wertung auf einem Abstiegsplatz. Wenigstens konnten sich die Zuschauer über einen 1:0-Derbysieg gegen Fichte Lintfort freuen.

Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart erwiesen sich die Gelb-Schwarzen als flexibel und stellten ihre Taktik um. „Anfangs wollten wir mitspielen, da stimmten auch die Leistungen, aber nicht die Ergebnisse“, erinnert sich Schikofsky. „Dann haben wir mehr auf Konter gesetzt und eine bessere Mischung gefunden, die beim 3:2 gegen Niederwenigern direkt zum ersten Sieg geführt hat.“ Keine Überraschung: Auch die Sportfreunde aus Hattingen gehören zu den Spitzenteams, überwintern als Dritter.

Die Umstellung von der Bezirksliga zur Landesliga gelang seiner Elf zügig und gut, findet Schikofsky: „Eine kleine Findungsphase ist normal, die hatten wir auch.“ Dann habe seine erfahrene Mannschaft es aber gut umgesetzt. Wobei die Erfahrung nicht nur ein Vorteil gewesen sei: „Wir haben im Durchschnitt auch eine etwas ältere Truppe. Da merkt man schon, dass andere Teams uns in Sachen Dynamik überlegen sind. Um dagegen zu halten, müssen wir immer 100 Prozent unseres Leistungsvermögens abrufen. Sonst sind wir nicht konkurrenzfähig.“ Oftmals vermisste der Coach aber auch konstante Leistungen seiner Mannschaft über die vollen 90 Minuten. Auch wenn er nicht darüber klagt, führt er die vielen, verletzungsbedingten Umstellungen als ein Argument dafür an: „Gerade defensiv mussten wir oft wechseln. Da haben uns mit Fabian Hastedt, Marcel Haeger und Andreas Isailovic immer wieder etablierte Spieler langfristig gefehlt.

Für die Rückrunden-Vorbereitung hat der Trainer drei Hauptziele: „Es geht darum, in der Breite fit zu sein. Wir müssen gut in die Restrunde kommen, möglichst mit einem Sieg im Nachholspiel. Außerdem müssen wir defensiv besser stehen und in der Offensive ein paar neue Lösungen finden.“ Mit David Gehle wird dann auch ein neuer Angreifer zur Verfügung stehen. Der 27-Jährige wechselt im Winter von Bezirksligist Hamborn 07 nach Moers, nachdem er im Sommer mit den „Löwen“ aus dem Duisburger Norden in der Relegation noch am GSV gescheitert ist. Weitere Verstärkungen hält Thorsten Schikofsky für wenig realistisch: „Finanziell ist bei uns wenig machbar.

Zwei Abgänge haben die Moerser auch zu vermelden: Marc-Andre Debernitz geht zurück zu Alemannia Kamp, während Lars Drausche sich erneut dem SV Schwafheim anschließen wird.

Info - Nur der Torwart spielte alle 1620 Minuten

Alle 18 Spiele hat nur Torwart Luca Di Giovanni über die volle Distanz von 1620 Minuten bestritten. Ebenfalls 18 Mal war Ibrahim Üzüm im Einsatz, er kam dabei auf 1364 Spielminuten.

Bester Torschütze ist Christian Zeiler mit acht Treffern, die er in nur zwölf Partien erzielte. Kevin Sonneveld traf sechsmal und bereitete zudem noch sechs Treffer vor. Sechsmal auflegen konnte außerdem Marc-Andre Debernitz. Den bislang einzigen Platzverweis kassierte Sonneveld mit seiner Roten Karte am zweiten Spieltag in Königshardt.