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GSV Aktuell:

06.09.2018 NRZ, Björn Belloff

Wer ist die Nummer eins im Moerser Fußball? Das entscheidet sich vorerst beim SV Scherpenberg. Denn dorthin muss der GSV Moers „reisen“.

Wer ist die Nummer eins im Moerser Fußball? Das entscheidet sich – zumindest für den Moment – bereits am Samstagabend. Denn um 17 Uhr wird das Landesliga-Derby zwischen dem SV Scherpenberg (15. Platz, 9:15 Tore, 5 Punkte) und dem GSV Moers (10., 9:10, 6) angepfiffen. Um dem Vergleich einen attraktiven Rahmen zu verschaffen und möglichst viele Zuschauer ins „Wäldchen“ zu locken, wurde das Spiel vom Sonntag vorgezogen.

Die Hausherren vom SVS gehen mit neuem Selbstvertrauen in das Lokalduell, nachdem sie zuletzt dreimal unbesiegt geblieben sind und dabei fünf Punkte einsammelten. „Wir haben uns gut von ganz unten rausgearbeitet“, blickt Scherpenbergs Trainer Sezgin Demirci zurück. Zum Saisonstart hatte sein Team noch einige Probleme, die für ihn und seinen Kollegen Ercan Sendag aber nicht überraschend auftraten: „Unser Kader ist neu formiert, es gab einige Verletzungen, dazu haben wir viele junge Spieler integriert. So etwas funktioniert nie von Beginn an reibungslos. Dazu kommt, dass wir zunächst gegen drei Essener Mannschaften gespielt haben, die alle sicherlich kein Fallobst in der Liga sind“, erklärt Demirci, der ergänzt: „Zuletzt hätten wir die drei Spiele auch allesamt gewinnen können. Wir sind auf einem guten Weg.“

Demirci will am GSV vorbei

Diesen will er nun im Derby gegen die Grafschafter fortsetzen: „Auch wenn wir nicht so viele Moerser Jungs im Kader haben, ist dieses Spiel bei uns sehr hoch angesiedelt. Wir sind voller Selbstbewusstsein, spielen zu Hause und wollen auf jeden Fall den Heimsieg holen.“

Diesen braucht der SVS auch, um den Gegner in der Tabelle zu überflügeln. Mit welcher taktischen Marschroute Demirci und Sendag planen, wollten sie im Vorfeld nicht verraten: „Das bleibt bis zum Anpfiff geheim. Ich kann aber ein kampfbetontes Spiel versprechen, in dem wir nichts zu verschenken haben“, kündigt Demirci einen heißen Tanz an.

Die Aufforderung nimmt sein Gegenüber Thorsten Schikofsky gerne an, wenn er auch auf die unterschiedliche Ausgangslage verweist: „Scherpenberg verfügt über mehr höherklassige Erfahrung im Kader und hat andere Ziele als wir. Die wollen ins obere Drittel, für uns zählt nach dem Aufstieg jetzt der Klassenerhalt. Deshalb ist in meinen Augen der SVS auch der Favorit in diesem Duell.“

Dennoch reizt ihn die Aussicht, weiter die bestplatzierte Moerser Mannschaft zu sein, wozu ihm ein Remis genügen würde: „Das Gefühl wollen wir so lange wie möglich erhalten“, nickt der GSV-Coach. Solche Lokalderbys hätten schließlich schon manche Überraschung hervorgebracht. „Ich denke schon, dass für uns am Samstag alles möglich ist. Wenn wir das Spiel lange offen halten, dürfen wir uns in der Schlussphase nur nicht wieder solche Dummheiten wie zuletzt gegen Klosterhardt leisten. Ziel ist in diesem Duell schon, etwas mitzunehmen. Ansonsten werden wir in der Tabelle ganz schnell unten rein rutschen.“

Schikofsky rechnet sich was aus

Vor einem Jahr hätte Thorsten Schikofsky noch nicht mit diesem Spiel in der laufenden Saison gerechnet: „Damals war nicht mit unserem Aufstieg aus der Bezirksliga zu rechnen, und für Scherpenberg sah es nach dem tollen Start ja eher schon nach dem Durchmarsch in die Oberliga aus. Wir waren also viel weiter voneinander entfernt als jetzt.“ Geblieben ist sein Respekt vor den Qualitäten der Hausherren, gerade in der Offensive. Trotzdem sagt er: „Wir hätten bisher in jedem Landesliga-Spiel punkten können. Also rechnen wir uns auch im Derby etwas aus.“